Männer, Machos, dicke Muckis: "Manly" von Dale Lazarov and Amy Colburn
Muskeln, behaarte Körper und ganz viel Sex: Im brandneuen Comic MANLY erleben maskuline Kerle heiße Abenteuer. Mit großer Liebe zum (schmutzigen) Detail und komplett ohne Worte haben Dale Lazarov und Amy Colburn den ungewöhnlichsten schwulen Comic des Jahres aufs Papier gebracht. Im exklusiven Interview erzählt Zeichnerin Amy, warum Comic-Helden im Laufe der Zeit immer dickere Muskeln bekommen und warum sie als Frau so großen Spaß hat, schwulen Sex zu zeichnen.
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Hinter MANLY stehen insgesamt drei Personen. Wie lief die Zusammenarbeit ab?
Ganz unkompliziert! Dale hat die Scripts verfasst, inklusive Beschreibung der Charaktere und der Orte. Dann habe ich die ersten Entwürfe gezeichnet und Dale per Mail geschickt. Wenn er sie gut fand, war der nächste Schritt für mich Vorschaubilder für komplette Seiten, so dass wir den Gesamteindruck und den Seitenablauf überprüfen konnten. Schließlich zeichnete ich alles in Originalgröße und schickte es an Dominic Cordoba, damit er es kolorieren konnte.
An den Charakteren mag ich, dass jeder einzelne von ihnen sehr maskulin ist, sie aber gleichzeitig Züge haben, die sie etwas weicher und somit authentischer für den Leser machen. Buster aus "Clinch", eine von drei Geschichten in MANLY, ist ein großer, imposanter Mann, der wirklich furchterregend sein könnte. Aber er hat ein süßes, offenes Gesicht - man merkt sofort, er ist ein guter Kerl!
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Amys Entwurf links und die endgültige Seite im Buch rechts
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Worauf muss man als Zeichner achten, wenn die Figuren besonders männlich wirken sollen?
Das hängt vom jeweiligen Charakter ab. Es gibt mit Sicherheit Dinge, die als maskulin aufgefasst werden, z.B. kantige Profile oder definierte Muskeln. Ich bevorzuge meinen Figuren starke Augenbrauen zu geben - je größer der Typ, desto dicker die Augenbrauen! Man kann aber auch sehr viel Männlichkeit durch die Körperhaltung einer Figur ausdrücken, wie sie steht oder sich bewegt. In "Busted", einer anderen Story aus MANLY, hat der Drogensüchtige mit den schlaffen Schultern keine Chance gegen den großen, aufrecht stehenden Cop.
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Und warum müssen männliche Comic-Helden immer so betont maskulin sein?
Nun, männliche Comic-Helden waren schon immer gutaussehende Machos mit kantigen Kiefern, weil das genau die Eigenschaften sind, die wir mit Kraft und Heldentum assoziieren. Sie sind über die Jahre definitiv noch muskulöser geworden, unser Geschmack hat sich geändert. Heute geht es gar nicht mehr ohne dicke Muskeln. Wenn man sich den originalen Superman anguckt und mit dem von heute vergleicht, sieht man, dass er wirklich sehr viel trainiert haben muss.
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Die Zigarette danach - Szene aus MANLY. Gedruckte Seite links und entsprechender Entwurf rechts
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Wie bist du dazu gekommen, schwule Erotik-Comics zu zeichnen?
Schwule Erotika haben mich schon immer interessiert, vor allem der Sex-Aspekt daran. Ich kann Liebe und Emotion aus irgendwelchen Gründen bei männlichen Charakteren besser darstellen als bei weiblichen. Sexy daran finde ich, wenn zwei Figuren sich nicht einfach nur körperlich vereinigen, sondern auch auf emotionaler Ebene. Das hat mir an Dales Drehbuch besonders gefallen. Der Sex ist heiß, aber ich war auch an den Personen interessiert und so wurde alles einfach noch heißer!
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