Interview mit Antonio Bezerra
In seiner Heimat Brasilien gehört der Fotograf Antonio Bezerra zu den ganz Großen. Hierzulande ist er noch ein Geheimtipp. Das könnte sich mit der Veröffentlichung von "Through My Eyes" ("Mit meinen Augen") ändern. Das Buch ist nicht nur eine Sammlung hübscher Männerakte, sondern auch eine sehr persönliche Werkschau.
Antonio, was war dir wichtig bei der Auswahl der Bilder für "Through My Eyes"?
Einer der wesentlichen Eckpfeiler meiner Arbeit ist die Leidenschaft für die Jugend. Ich liebe dieses Universum der Männlichkeit. Licht und Schatten. Sinnlichkeit und Hitze. Einfachheit und Natürlichkeit. Das sind die Bausteine, aus denen sich meine kleine Welt zusammensetzt.
Welche Mittel benutzt du, um deine Visionen umzusetzen?
Ich versuche beim Shooting immer den besonderen Moment einzufangen, oder auch zu kreieren. Ich rede mit den Models, verbringe viel Zeit mit ihnen, manchmal mehrere Tage. Ich schaffe eine freundliche Atmosphäre der Nähe und Intimität. Dadurch werden sie offener.

Gibt es auch böse Überraschungen mit Models?
Sicher. Ich fotografiere zwar grundsätzlich keine Leute, die ich nicht mag, aber manchmal merkt man erst bei den Sessions, dass meine Ideen nicht mit denen der Modelle zusammenpassen. Ich versuche vorher ziemlich genau zu erklären, was ich mir vorstelle. Wenn es dennoch Missverständnisse oder Meinungsverschiedenheiten gibt, breche ich das Shooting ab. Kompromisse mache ich nicht.
Der Fotograf Antonio Bezerra ist eher ein Romantiker. Privat machst du intensiv Kampfsport. Passt das zusammen?
Für mich auf jeden Fall. Ich liebe Karate und Kung-Fu. Gerade wegen des Kontrasts. Das tägliche Training ist meine Methode, mein Leben in Balance zu halten.
(Interview: Christian Lütjens in MÄNNER 02/2010)

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