Das Lebenswerk von Jim French

"Ich habe versucht, Fleisch und Blut zu fotografieren ..."

Die Welt der schwulen Pornografie wäre ohne Jim French - den Begründer von COLT Studio - um einiges ärmer.

Der Star-Fotograf Fred Bisonnes hat in der aktuellen MÄNNER 10/11 über seine ganz persönlichen Erfahrungen mit Jim French berichtet:

"Erste Eindrücke sind oft prägend. Und unwiderruflich. Meine erste Begegnung mit dem Meister der homoerotischen Fotokunst, Jim French, war so ein Fall.
Mr. French setzte die Tradition der "Physique Magazines" der 50er und 60er Jahre fort, nutzte aber in seinen Arbeiten die neue sexuelle Freiheit der 70er Jahre, wo "Posing Straps" nicht mehr nötig waren und in Zeitschriften Schwänze gezeigt werden durften - mit Erektion! (...)

Auf dem Weg zu unserer Verabredung spekulierte ich, wie der Mann, der sich Rip Colt nannte, wohl aussehen könnte. Ich hatte irgendwie erwartet (oder gehofft), dass French eine etwas ältere Version des Typs Mann sei, den er zeichnete und fotografierte: attraktiv, muskulös und ultrabutch. Der untersetzte, pausbäckige, frisch rasierte 40-Jährige, der uns überschwänglich begrüßte, hätte auch Bankangestellter sein können, wenn er nicht ein taubengraues Samtjackett angehabt hätte und ein pastellfarbenes Chiffon-Halstuch. Butch? Nein. Altmodisch tuntig? Ja. Es standen sich mein Wunschdenken und krasse Realität gegenüber. French wollte absolut nichts zu tun haben mit den Vorkämpfern der Schwulenbewegung. Und er betonte immer wieder, dass er sich selbst als Künstler sehe, als "visual eroticist" wie er meinte, nicht als billigen schwulen Pornografen. (...)

Ich blieb definitiv ein Fan von Frenchs Fotos für Colt Studios, bis er die Firma 2003 verkaufte und sich zur Ruhe setzte. Kürzlich hat er seine Firma zurückgekauft. Und verwaltet die Fotos und Filme nun wieder selbst. Das jetzt veröffentlichte Buch Jim French Diaries ist daher der passende Abgesang, der noch einmal alles - von den frühen Zeichnungen bis zu den späten Muskelbergen - im Überblick präsentiert. Inklusive vieler sehr privater Bilder aus dem Atelier des Meisters. Schon früh sind die hypermaskulinen Colt-Männer das fotografische Äquivalent der Tom-of-Finland Fantasiezeichnungen geworden. Beide zählen heute zu den ikonografischen Darstellungen des schwulen Idealmannes, zumindest was die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts betrifft. Ihr Reiz und ihre Anziehungskraft sind allerdings universell und zeitlos. French nannte eine seiner Zeitschriften-Serien Olympus. Mit gutem Grund. Viele seiner Männer haben - von French fotografiert - die Perfektion griechischer Statuen. Sie sind ungemein sexy, aber auch kühl und unnahbar. Idealtypen, die es so im echten Leben kaum gibt."

Den kompletten Artikel kannst Du in der aktuellen MÄNNER 10/11 nachlesen!

Das Fotobuch JIM FRENCH DIARIES: The Creator Of COLT Studio ist ab Oktober 2011 erhältlich!

veröffentlicht in Allgemein, Veröffentlichungen, Veranstaltungen, Interviews, Features, Videos, Fotografie, Comic, Ankündigungen am 23.09.2011

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