Knallbunt und sexy! Interview mit Model Trevor Wayne

Trevor Wayne ist Fotomodell, Schauspieler und Künstler. In DOWN THE RABBIT HOLE von Justin Monroe und im Sammelband NIGHT VISIONS kann man den bunt tätowierten Körper des Amerikaners im Großformat bewundern. Im exklusiven Interview erzählt Trevor von seiner Arbeit mit Horror-Legende Clive Barker, von seinen Lieblingsrollen und seinem Kampf gegen Klischees und Vorurteile.

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Was war das schönste Kompliment, das du je bekommen hast?

Auf meiner Internetseite trevorwayneshow.com gibt es einige sehr nette Kommentare. Einer hat mal gesagt, ich sei eine Ikone. So etwas ehrt mich natürlich. Überhaupt schätze ich jeden Kommentar, besonders allerdings die über meine eigenen Kunstwerke.

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Wovon lässt du dich für deine Tattoos inspirieren?

Das kann ich gar nicht sagen. Die Ideen kommen immer ganz spontan. Es macht einfach Klick. Wenn ich über eine Tätowierung länger als eine Woche nachdenken musste, habe ich mich immer gegen sie entschieden. Bis heute, 12 Jahre nach meinem ersten Tattoo, bedaure ich kein einziges! Ich glaube nicht, dass ich es je bedauern werde. Als Schauspieler und Model haben sie mir manchmal geholfen, manchmal aber auch geschadet. Ich selbst denke über sie überhaupt nicht mehr nach. Ich sehe die Tattoos nicht einmal mehr. Ich möchte Fotos und Videos machen, in denen sie zweitrangig sind. Es ist einfach, den Fokus auf die Tattoos zu legen - aber das macht alles so vorhersehbar. Wenn ich ein Foto anschaue und mir sagen kann, es wäre genauso gut ohne Tätowierungen, dann erst ist es ein gutes Foto!

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Foto: Justin Monroe DOWN THE RABBIT HOLE

Wie lief die Arbeit mit dem Fotografen Justin Monroe?

Es macht großen Spaß mit Justin zu arbeiten, er hat eine tolle Einstellung. Er macht es einen sehr leicht und alles geht ganz schnell. Justin ist definitiv einer der wenigen, die sofort wissen, was sie wollen. Sein Set kann noch so runtergekommen aussehen, in seinem Kopf hat er bereits das fertige Bild. Deshalb wäre er auch ein sehr guter Regisseur. Sein Foto von mir mit dem schwarzen Hut und dem Feuer dahinter ist eins meiner Lieblingsbilder aller Zeiten. Wir standen beim Shooting unter Zeitdruck und in nur 10 Minuten war dieses Bild im Kasten. Unglaublich!

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Du hast auch mit Horror-Legende Clive Barker ("Hellraiser", "Candyman") gearbeitet?

Clive ist eine wahre Inspirationsquelle für mich. Er ist berühmt für seine Horrorfilme aber er malt und fotografiert auch. Seine Bilder haben mich einfach umgehauen. Clive arbeitet gerade an einem düsteren, erotischen Buch, definitiv nichts für den Mainstream. Es ist nicht direkt Horror, eher fremd und dunkel. Auf einigen Fotos bin ich nackt, nur beschmiert mit Öl, Schmutz und Blut. Wir arbeiten weiter zusammen, vielleicht reicht es ja einmal für ein komplettes Buch nur mit Fotos von mir. Ha! Ausreichend Material hätten wir!

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Foto: Eric Schwabel für die Anthologie NIGHT VISIONS

Welche Rollen sind dir denn am liebsten? Es sieht ja aus, als ob du entweder der Tätowierer bist wie im Video SO WHAT von Pink oder einfach der Böse.

Es ist hart in Hollywood. Die Casting-Leute stehen auf Klischees. Also bin ich der Junkie, der Crack-Süchtige, der Mörder ... Früher hat mir das ja noch Spaß gemacht aber heute will ich die Idee, dass Tätowierte immer Loser sind, wirklich nicht mehr verbreiten. Für mich sind Tätowierungen Kunst, mit Fetischen haben sie genauso wenig zu tun wie mit dem Charakter. Ich möchte, dass die Leute das verstehen. Zum Beispiel habe ich einmal die Rolle eines rassistischen Skinheads abgelehnt. Sie sagten zwar, wenn du es nicht machst, macht es eben ein anderer, aber das war mir egal. Ich möchte damit einfach nicht in Verbindung gebracht werden. Schließlich beziehen so viele Leute ihre Sicht aufs Leben ausschließlich aus dem Fernseher.

Ich liebe Comedy, blödle gern rum, spiele gern den Spinner. Ich habe keine Angst davor, blöd auszusehen, solange es lustig ist. Es entspricht einfach nicht meinem Look, daher liebe ich es umso mehr. In der Pilotfolge einer Sitcom sollte ich die englische Schauspielerin Brenda Belthyn ("Stolz und Vorurteil", "Abbitte") trösten. Erst sieht man nur meinen Rücken und denkt, das ist so ein tätowierter Idiot, der sich einen Dreck darum schert, dass es ihr schlecht geht. Dann ein Schnitt auf mein Gesicht und da weine ich viel mehr als sie selbst. Sie muss mich schließlich beruhigen! Vor einem Live-Publikum - die Energie war einfach unglaublich! Ich möchte witzige Rollen spielen, Slapstick und Comedy. Es gibt so viel Negatives da draußen, ich will die Leute lieber zum Lächeln bringen, anstatt sie damit zu ängstigen, ich könnte sie ausrauben!

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Trevor Wayne als Tätowierer im Video SO WHAT von Pink

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veröffentlicht in Interviews, Videos, Fotografie am 25.11.2008

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